Kurz zu mir
Mein Name ist Daniela – Biologin, Mama, neugieriger Mensch.
Ich bin Daniela, Lehrerin an einer Gesamtschule. Als Seiteneinsteigerin mit einem Hintergrund in der Biologie unterrichte ich Biologie und Chemie in den Klassen 5 bis 13. Neben meiner Arbeit in der Schule beschäftige ich mich seit einigen Jahren mit dem Thema Finanzen und Geldanlage. In Gesprächen mit Jugendlichen, Eltern und im privaten Umfeld habe ich immer wieder gemerkt, wie sehr dieses Wissen fehlt und wie groß der Bedarf ist.
Wie verlief meine eigene GeldLernreise?
Schon als Kind wurde ich durch Aktivitäten unserer örtlichen Sparkasse an diese gebunden. Mein Sparbuch von damals habe ich übrigens immer noch und bekomme darauf ganze 0,01 % Zinsen. Bis in mein Jugendalter hinein wusste ich nicht einmal, dass es überhaupt andere Banken gibt. Mit 18 Jahren kamen dann verschiedene Produkte wie ein Bausparvertrag sowie Fonds und Versicherungen hinzu, die ich über die Sparkasse abgeschlossen habe – „weil man die halt braucht, wenn man erwachsen ist“. Was genau darin stand oder was ich dafür bezahlte, wusste ich nicht wirklich. Ich hatte einfach keine Ahnung.
In meinem Elternhaus prägte die klassische Rollenverteilung unser Familienbild: Meine Mutter war Hausfrau, mein Vater ging arbeiten. Er hatte schon damals großes Interesse an Geld und Anlagen und ließ immer mal wieder Bemerkungen zu Zinsen, Verträgen oder Aktien fallen. Er hinterfragte auch meinen ersten Bausparvertrag, aber ich hörte damals nicht richtig zu. Das Thema interessierte mich einfach nicht.
Auch später habe ich mir kaum Gedanken um mein Geld gemacht. Während des Studiums bekam ich BAföG. Das Geld kam am Anfang des Monats und war am Ende des Monats weg. Der Bausparvertrag und der Fonds der Sparkasse pausierten in dieser Zeit sowieso. Mit 25 Jahren dachte ich darüber nach, mein Girokonto von der Sparkasse zu einer Onlinebank zu wechseln, immerhin hätte ich dort keine Kontoführungsgebühren gezahlt.
BAföG als Einkommen wechselte bald gegen mein Gehalt als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rahmen meiner Promotion. Doch auch da kam das Geld am Anfang des Monats und war am Ende des Monats wieder weg. Ein Schubser in Richtung finanzieller Verantwortung kam, als meine Großeltern mir ihr Haus schenken wollten, weil es sonst niemand wollte. Ehrlich gesagt wollte ich es zunächst auch nicht. Ich hatte keine Ahnung von Eigentum, laufenden Kosten oder Rücklagen. Ich nahm das Geschenk schließlich ziemlich blauäugig an, und begann wenigstens ein bisschen Geld beiseitezulegen. Ich wusste: Wenn etwas kaputtgeht, bin ich verantwortlich. Im neuen Zuhause begann ein neuer Abschnitt: Ich wagte den Seiteneinstieg ins Lehramt und unterrichte seitdem Biologie und Chemie in den Klassen 5 bis 13 einer Gesamtschule. In dieser Zeit begleitete ich nicht nur viele Jugendliche auf ihrem Weg, sondern auch meine eigenen Kinder: meine erste Tochter bekam ich vor Beginn des Studiums, meine zweite kurz vor meiner Bachelorarbeit und meinen Sohn im Jahr 2025. Ich war die meiste Zeit alleinerziehend. Vielleicht gerade deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und neugierig zu bleiben. Ich war die Erste in meiner Familie, die studiert hat, hatte keine finanzielle Unterstützung, und musste mir vieles selbst erarbeiten.
Vor einigen Jahren stieß ich dann in einer Facebook-Gruppe immer wieder auf den Namen Madame Moneypenny. Ich wurde neugierig, kaufte ihr Buch über Finanzen, las es – und kaufte noch weitere Finanzbücher. Ich begann, mein Geld zu sortieren, Banken zu vergleichen, Versicherungen zu prüfen und Geld an der Börse zu investieren. Es folgten Podcasts, Gespräche mit anderen über Geldanlagen zum Erfahrungsaustausch, Experimente mit Gold, Silber und Kryptowährungen. Ich lernte über Altersvorsorge, ließ mein Testament erstellen und informierte mich (etwas spät) über die rechtlichen Grundlagen meiner Hausschenkung. Und ich merkte: Es gibt mir Sicherheit. Es macht mir Spaß. Es ist mehr als nur notwendig, es ist interessant. Es wurde zu einem Hobby, das mich begeistert und bei dem ich weiter täglich dazulerne.
Auf die Idee, selbst etwas in diesem Bereich zu machen, kam ich durch mehrere Begegnungen, die sich fast zufällig ergaben: Freundinnen baten mich, ihnen bestimmte Themen zu erklären, nachdem sie gehört hatten, dass ich mich damit beschäftige. Eine von ihnen eröffnete daraufhin selbst ein Depot und legte ihr erstes Geld an. Meine Cousine ließ mich ihren Rentenvertrag überprüfen und fragte mich danach, warum ich mit so etwas eigentlich kein Geld verdiene. Und immer wieder hört man von Leuten den Satz: „In der Schule lernt man viel, was man im Leben nicht braucht – aber nicht, wie man eine Steuererklärung macht.“
Mein Wissen über Finanzen habe ich mir also erst in den letzten Jahren selbst aufgebaut. Viele Entscheidungen, die ich früher getroffen habe, waren aus Unwissenheit. Und genau das motiviert mich heute, dieses Thema weiterzugeben. Als jemand, die erfahren hat, wie viel sich verändern kann, wenn man anfängt, Verantwortung zu übernehmen und sich stetig weiterzubilden.
Ich befinde mich immer noch auf meiner GeldLernreise. Denn das ist finanzielle Bildung: eine Lernreise – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Es geht darum, Zusammenhänge zu verstehen, Fragen zu stellen und sich nicht zu schämen, etwas (noch) nicht zu wissen. In meinem Alltag verbinde ich gerne das Praktische mit dem Pädagogischen: ausprobieren, beobachten, verstehen. Was mich antreibt, ist die Überzeugung, dass fast jeder Mensch in Deutschland die Möglichkeit hat, seine finanzielle Zukunft mitzugestalten, egal, wo er oder sie startet. Die Hauptsache ist: Man übernimmt Verantwortung, bildet sich weiter und fängt an.
